Regen. Hotel geschlossen – also kein Kaffee. Drei Kilometer auf der Strasse. Ein vielversprechender Start!

Auch das Hotel bei unserem Abzweiger befindet sich noch im Winterschlaf. Also nehmen wir die erste Steigung stoisch und absolut nüchtern in Angriff – na ja, mit einem Hauch Restalkohol vom Vorabend vielleicht. Durch tropfende Wälder und feinen Nieselregen bewegen wir uns gleichmässig und schweigend durch eine fast mystische Landschaft – als grüne Männchen in unseren Pelerinen.

Die alten Bauernhofsiedlungen wurden hier grösstenteils sorgfältig umgebaut und dienen heute als Ferienwohnungen und -häuser – alles noch geschlossen, noch ausserhalb der Saison. Dazwischen gibt es aber immer noch bewirtschaftete Höfe mit Vieh, die dem Ganzen eine gewisse Ursprünglichkeit verleihen.

In Alles finden wir – nicht ganz zufällig – eine geöffnete Bar/Tienda. Cola und Kaffee, ein paar Worte mit dem Wirt,  – dann sind wir auch schon wieder draussen, zurück im Regen.

Auf und ab geht es weiter, auf einer Strasse, die zum Glück kaum befahren ist.

Kurz vor dem Ziel kehren wir nochmals ein – eine einfache Bar mit kleinem Laden. Inzwischen ist aus dem Nieselregen ein richtiger Landregen geworden. Ein letztes Aufbäumen des Wetters – aber auch von uns. Noch einmal zusammenreissen, noch einmal durchziehen.

Als wir schliesslich in Las Arenas einlaufen, hat der Regen tatsächlich aufgehört. Es ist trocken – und wir sind entsprechend zufrieden und ein wenig stolz.

Hotelbezug im Hotel Picos de Europa und dann die übliche Routine: duschen, auspacken, Bericht schreiben und Heimreise planen

Später gönnen wir uns einen kleinen Imbiss im nahegelegenen Café. Zum Nachtessen geht es in ein einfaches Restaurant: Philipp freut sich über die callos (Kutteln), während ich mich an croquetas de jamón y queso halte – ebenfalls sehr fein und genau das Richtige nach diesem verregneten Tag.

Ganz beschwerdefrei waren wir auch in diesen Ferien nicht unterwegs:

Philipp hatte mit einer Blase am rechten kleinen Zeh zu kämpfen, die sich auch mit Compeed nur bedingt lindern liess. Vor allem bei Abstiegen machte sich das unangenehm bemerkbar.

Ich selbst hatte letztes Jahr Probleme an der linken Fusssohle, im Bereich vor der Ferse (Plantarfasziitis?). Dazu kamen diffuse Schmerzen in der rechten Hüfte. Diese Beschwerden traten bislang vor allem nach dem Joggen auf. Nachdem Schonung keine nachhaltige Verbesserung brachte, konsultierte ich Esther – mit Erfolg: Die TCM-Behandlung zeigte Wirkung. Normales, nicht zu intensives Joggen ist seit Anfang Jahr wieder beschwerdefrei möglich. Entsprechend war ich gespannt, wie sich längere Wanderetappen auswirken würden.

Die Plantarfaszie am linken Fuss blieb erfreulicherweise ruhig. Dafür meldete sich jene am rechten Fuss – insbesondere auf längeren Asphaltstrecken. Mit regelmässigem Dehnen, Massieren und gezielter Entlastung durch den Einsatz von Wanderstöcken liess sich das jedoch gut in Schach halten.

Auch die rechte Hüfte machte sich gelegentlich bemerkbar. Die Schmerzen waren aber meist nicht alarmierend und verschwanden oft schon nach wenigen Schritten wieder.

Damit endet unsere Wanderserie, Philipp wird morgen die Heimreise antreten. Ich werde noch ein paar Tage in Santander verbringen.
Im Herbst starten wir dann hier in Las Arenas und wandern durch den Parque nacional Picos de Europa bis nach Leon.

 

zu den Fotos 
zur Route (23.25km, 549Hm, 7:15h)

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