Bei leichtem Nieselregen fahren wir mit dem Zug nach Mortera-Mompía. Die Stimmung ist trotz grauem Himmel gut – wir lassen uns vom Wetter nicht die Laune verderben, schultern unsere Rucksäcke und legen los.
Unsere erste Optimierung der Komoot-Route scheitert allerdings prompt: Der Chef einer Baustelle schickt uns ruhig, aber bestimmt wieder zurück.
Wir sind nun auf dem Camino del Norte unterwegs. Alles ist bestens ausgeschildert, und es gibt sogar grosszügige Rastplätze speziell für „Müscheli“-Wanderer. Der Camino del Norte ist deutlich weniger frequentiert als die klassische Route über Burgos und León (Camino Frances)- hier sind die Pilger bei den Einheimischen noch willkommen. Wir hören viel "Buen camino". Als wir einmal von der Route abweichen, spricht uns eine ältere Frau an – wir klären die Situation: „Tenemos otro proyecto: caminamos a Porto“
Nach knapp sieben Kilometern kehren wir in eine Sidería ein – genau in dem Moment, als draussen ein Platzregen niedergeht, wie man ihn sich nicht intensiver wünschen könnte. Wir sitzen im Trockenen und lassen es uns gut gehen. Nach rund 30 Minuten lässt der Regen nach, und wir machen uns wieder auf den Weg.
Durch stille, tropfende  Eukalyptuswälder geht es nun schweisstreibend bergauf. In den flacheren Passagen hat sich das Wasser gesammelt, der Weg ist stellenweise morastig und verlangt Konzentration.
Wir passieren zwei Abholzungsflächen, auf denen schwere Maschinen deutliche Spuren hinterlassen haben – ein harter Kontrast zur sonst stillen Natur.
Das Schuhwerk von Philipp ist für diese nassen und rutschigen Verhältnisse nur bedingt geeignet. Vor allem bergab wirkt sein Gang zwar kontrolliert, aber nicht unbedingt elegant – mit viel Bedacht und einer guten Portion Balance geht es Schritt für Schritt talwärts.
Schliesslich erreichen wir wieder zivilisierteres Gebiet. In Barreda führt unser Weg an den riesigen Anlagen der Solvay-Werke vorbei. Die angrenzenden Arbeiterquartiere, wohl gut 100 Jahre alt, erzählen von einer anderen Zeit.
Am Ende erreichen wir unser Hotel Cueli in Viveda. Das übliche Programm folgt: duschen, Bericht schreiben, Planung und Hotelreservation  für den nächsten Tag.
Zum Abschluss gönnen wir uns ein feines Nachtessen – einmal mehr ein Entrecôte vom heissen Stein, vorzüglich zubereitet und genau das Richtige nach diesem Tag.

zu den Fotos 
zur Route (18km, 396Hm, 7:00h)

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