Im Frühstücksraum sichten wir um 07:00 einen weiteren Wanderer - wahrscheinlich ein Jakobsweg-Pilger. Unsere Route ist nur zu Beginn mit Müscheli ausgeschildert, schon bald wandern wir in flottem Tempo mit leichtem Rucksack durch riesige Eukalypthus-Wälder. Das feuchte Wettter der letzten Tage hatt vor allem in den flachen Passagen einige grosse Pfützen hinterlassen. Wieder hört man Zaunkönig und Singdrossel, sowie Amseln, ausserdem hören wir mehrmals einen Kuckuck.
Wir sichten einige Karstlöcher, ansonsten nehmen wir die Landschaft nicht so spektakulär wahr wie gestern. Das liegt auch daran, dass wir ein sportliches Tempo halten - egal ob bergauf, ab oder flach. Einerseits hat sich das so ergeben, andererseits wollen wir frühzeitig in Hoznayo ankommen, da wir den Bus, der uns nach Treto zurückbringen soll, keines Falls verpassen wollen. Eine erste Pause gibt's nach über 12 km, nämlich dort, wo wir wieder auf Zivilisation treffen. Bewusst haben wir eine Bar links liegen lassen - wir pausieren auf einer Bank und geniessen die Birne vom Frühstücksbuffet und Wasser - nein kein Notbier, denn heute machen wir einen Tag ganz ohne Alkohol.
Beim Abstieg nach Entrambasaguas passieren wir einen Bauernhof mit zwei ziemlich grossen Hunden, welche uns recht nahe kommen. Der Bauer ist aber vor Ort und erklärt uns ruhig, dass wir hier auf Privatland sind. Er ist aber auch nicht sicher, ob der alternative Weg durchgehend passierbar ist und empfiehlt uns daher seine Strasse.
In einer Bar, die auch ein Laden für alles ist, gibt's eisgekühltes CocaCola. Wir planen neu und hängen noch 6km an die ursprüngliche Planung an: unser neues Ziel ist Solares, da es dort eine grössere Busstation gibt.
Es folgen also nochmals ein paar Höhenmeter entlang der Flanke eines Hügels auf ein Pässchen - WWw: Wiesen, Weiden, wunderbar!
Entlang eines Flüssleins wanden wir in immer noch wackerem Tempo in Solares ein - auf der einen Seite der Fluss, der wirklich dazu einlädt die Füsse darin zu baden, auf der anderen Seite riesige Industrie-Gebäude. Wir sind ziemlich stark auf unser Ziel fokussiert - die Estacion de autobuses: sie ist aber lediglich eine überdachte Station mit 5 Perrons und einem mikrigen Bildschirm, der lediglich über die Ankunft und Abfahrt der ganz grossen Linien orientiert.
Auch auf dem gegenüberliegenden unbedienten Bahnhof finden wir nicht mehr Informationen - ausser, dass die Zuglinie zu unserem Hotel aufgrund vobn Bauarbeiten unterbrochen ist.
In der Alsa-App werden nur Verbindungen angezeigt, die ohne Umsteigen zu erreichen sind. Mittels Google-Map finden wir dann heraus, dass wir mit Umsteigen in Gama unser Hotel in in Treto erreichen - hier noch in Kurzform das Verhalten der App:
- suche Solares - Treto -> keine Verbindung!
- suche Solares - Gama -> Verbindungen praktisch alle Stunden
- suche Gama - Treto -> Verbindungen praktisch alle 90 Min.
Wir müssen also selber herausfinden, wo wir umsteigen müssen. Und es ist auch nicht so, dass wir die Leute nicht gefragt haben - wir bekamen aber kaum brauchbare Antworten - es scheint, dass die Einheimischen genau die Linien kennen, die sie benötigen und alles andere nicht interessiert.
Nun - wir sind ohne grossen Zeitverlust in Treto angekommen. Nach Einkauf im nahen Supermarkt (Wasser, Pistazien und alkfreies Bier) genehmigen wir uns einen Powernap.
Im am Hotel angeschlossenen Meson Las Ruedas bestellen wir cerveza sin alcohol, was beim Wirt zu einigen Sprüchen führt. Das Essen - bacalao und solomillo de vaca ist soweit ok, doch etwas lieblos zubereitet.
Das Nachtessen sättigt trotzdem, wir haben noch oder wieder genügend Energie, um den die Fortsetzung zu planen:
- Morgen fahren wir mit dem Bus nach Solares und von dort wandern wir nach Santander.
- Am Donnerstag gibt's einen Ruhetag.
zu den Fotos
zur Route (28,25km, 665m, 7:30h - 42'250 Schritte!)

PS: VP111 - Schnapszahl - und wir machen einen grünen Punkt!