Vamos a la playa - heute wollen wir die Füsse im Atlantik baden. Mit der super-genialen Barik-Karte fahren wir im Euskotren nach Muskiz. Dort starten wir die Uhren und Navigationsgeräte und laufen erst mal falsch in eine Sackgasse: ein Bächlein mündet in einen Flüsslein - weder das Bächlein und schon gar nicht das Flüsslein lassen sich mit trockenen Füssen überqueren - wieder zurück und auf einem ziemlich unattraktiven Weg entlang einer Hauptstrasse Richtung Strand. Auf der gegenüberliegenden Seite unseres Weges sorgt eine riesige Raffinerie für skurille Kontraste.
Schliesslich sichten wir den Atlantik, doch bevor es zum Fussbad geht, gibt's noch ein Bier. Am feinen Sandstrand der Playa de La Arena müssen wir doch noch ein rechtes Stück gehen bis wir die Wasserlinie erreichen - etwas stolz und sehr zufrieden stehen wir nun im Atlantik, sind wir doch die ganze Strecke von Vals bis hierhin gewandert.
An der Küste wurde früher Eisenerz abgebaut und auf Schiffe verladen. Die Bahntrasses wurden zu Wanderwegen umfunktiobiert, so dass wir nun ca. 100m über dem Meer genüsslich Richtung Westen wandern können: Auf der einen Seite der tiefblaue Atlantik, bzw. der Golf von Biskaya, auf der anderen Seite saftig grüne Wiesen und Weiden. Bei recht viel Wind und angenehmen Temperaturen kommen wir zügig voran.
Irgendwo auf diesem Wegstück haben wir die Grenze zwischen den Provinzen Pais vasco und Cantabria überschritten.
Kurz vor Otón - wir haben schon 13km zurückgelegt - endet der tolle Küsten-Wanderweg. Die meisten Touristen begehen nur dieses attraktive Stück und lassen sich dann per Auto abholen oder wandern zurück. Nur die Vals-Porto-Läufer sowie die Jakobsweg-Begeher suchen sich die lükenlose Passage nach Westen. Komoot schlägt uns jedenfalls die Jakobsweg-Route, welche wir leicht modifizieren. Auf Hauptstrassen geht es relativ ungefährlich unter Autobahnen, über Brücken, durch Kreisel weiter. Dazwischen Siedlungen und vor allem immer wieder tolle Ausblicke in die Landschaft.
Beim Strand von Dicido gibt's nochmals etwas Abenteuer. Eine vermeintliche Abkürzung entpuppt sich als beinahe nicht passierbare Dornenwildnis. Wir schaffen es trotzdem. Unsere Ausdauer wird belohnt, treffen wir doch unmittelbar nach dieser anspruchsvollen Stelle völlig verschwitzt und zerkratzt auf eine Strandbar, wo wir uns wunderbar restaurieren können.
Das restliche Wegstück nach Castro-Urdiales ist in ein genüssliches Auslaufen.
Mit einem Direktbus fahren wir zurück nach Bilbao.
Duschen und ab in die Casco Viejo, wo wir im Berton Sasibil ein feines Chuleton de ganado mayor Sasibil a la brasa (Tischgrill) geniessen.
In diesen Ferien sind wir knapp 400km durch die Provinzen Aragon, Navarra, Pais vasco gewandert. Es hat oft geregnet und die Temperaturen waren deutlich kühler als erwartet. Nach drei Wochen sind wir nun so voll mit Eindrücken der abwechslungsreichen Landschaft, den belebten Städten, der Kultur, dass es Zeit ist, eine Pause einzulegen.

zu den Fotos
zur Route (21km, 330m, 8h)

VP108

 

So - das wars für dieses Jahr - Philipp reist morgen nach Hause, ich reise morgen nach Vitoria-Gasteiz und dann im Laufe der nächsten Woche wahrscheinlich via San Sebastian geht's auch für mich heimwärts.

Damit endet nun vorläufig die tägliche Berichterstattung. Ich werde diese Berichte zu Hause redigieren, dabei das eine oder andere ergänzen.