Wie gestern starten wir ohne Frühstück und mit noch leichterem Gepäck, da für heute kein Regen prognostiziert wird. Wirf fahren mit unserem Barik-Ticket im Euskotren nach Bedia.
Unsere Route führt zwar nur wenige Meter über ein komfortables Trottoir einer Hauptstrasse - hier hat es aber soviel Verkeher, dass wir ziemlich lange warten müssen, bis wir die Strasse gefahrlos überqueren können.
Es ist relativ kühl (ca. 10°) und ziemlich neblig. Wir finden trotzdem ein sympathisches Jatetxea, wo wir ein kräftigendes desayuno bekommen.
In der Nacht und nun auch auf den ersten Metern will mein rechtes Bein nur widerwillig weiter - mal die Hüfte, dann die Leiste, das Knie oder der Sehnenkanal am Fussgelenk - irgendwo zwickts meistens. Irgendwann akzeptiert dann jedoch auch das Bein, dass ich weiter will und gibt den Widerstand auf.
Zunächst flach durch beschauliche Landschaft, dann schweisstreibend durch einsame Wälder bergauf.Trotz Höhe sind die Ausblicke aufgrund des dichten Waldes spärlich. Spärlicher sind auch die Moraststellen - es gibt sie aber immer noch. Dafür sehen wir uns mit einem anderen Problem konforontiert, welches wir von früheren Kommoot-Routen kennen. Ein offensichtlich wenig begangener Pfad ist so mit dorniger Vegetation überwuchert, dass wir kurz eine Umkehr in Erwägung ziehen. Mangels vernünftigen Alternativen kämpfen wir uns durch den Dornröschenwald. Auf wenig atrraktiven Wegen - steil, glitschig, vom Regen zerfurcht, doch wenigstens nicht schlammig - erreichen wir ein Industriegebiet.
Der geneigte Leser sowie die ebenso geneigte Leserin mag sich nun fragen, weshalb wir uns das antun. Einerseits halten wir strikt an der Devise "jeder Meter aus eigener kraft" fest. Andererseits geht es auch ein wenig darum, eine Gegend nicht nur von der Schoggiseite kennenzulernen - dazu gehören nun auch Industriegebiete, ob florierend oder am Abserbeln, Bauruinen, Obdachlose und trostlose Vorortsquartiere.
In dieser Hinsicht war unsere heutige Wanderung recht kontrastreich: wirklich  von allem etwas - von Natur pur bis industrielle Tristesse war alles drin.
So wandern wir also locker entspannt nach Basauri (km 14 ab Start) - Philipp will irgendwo rauf und nachher wieder runter - ich will Kräfte sparen, was dann dazu führt, dass wir getrennt pausieren. Weiter führt es dazu, dass wir wohl auf dem gleichen Weg, nicht aber zu gleichen Zeit Richtung Bilbao wandern - elektronischer Kommunikation und vor allem auch der Kapazität von Philipps Handy sei Dank, treffen wir uns schliesslich bei der Markthalle von Bilbao - von aussen ein imposanter Bau - die sterile Restaurant-Etage entäuschend, die Markthalle verständlicherweise um diese Zeit geschlossen, doch von dem was man sieht auch nichts sehenswertes - meine Meinung: die Markthalle wurde kaputtrenoviert.
Auf neuen Wegen entdecken wir andere tolle Ecken von Bilbao und stoppen dann unsere Uhren vor unsermen Hotel - wir sind nun also in 106 Tagesetappen von Vals nach Bilbao gewandert - einfach ein gutes Gefühl.
Duschen, dösen, Bericht anfangen.
Zum Nachtessen spazieren wir in ein anderes Quartier, ziemlich Shopping-lastig, mit imposanten Bauten aus den 50-er-Jahren.
Dannach navigieren wir analog zurück ins Hotel und verlaufen uns dabei beinahe hoffnungslos. Mit viel Diszplin und Ausdauer schaffen wir es doch noch und sehen zum ersten Mal das Guggenheim-Museum vom Stararchitekt Frank Gehry siehe auch Bericht von Arles) - beeindruckend, was da geschaffen wurde.
In unserer Stammbar gibts dann noch einen Absacker bei toller Live-Musik eines wirklich begabten Strassenmusikers.
Zurück ins Hotel, Bericht fertig schreiben - Buenas noches.

PS: Vom landesweiten Stromausfall haben wir beinahe nichts mitbekommen. Wir haben zwar bemerkt, dass Lichtsignale nicht mehr funktionierten und man nur noch bar zahlen konnte, führten dies aber auf lokale Pannen zurück - in der Zwischenzeit ist hier alles wieder normal.


zu den Fotos
zur Route (21km, 356Hm,9:00h (incl. Pausen;-)

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