Ausschlafen - bei schönstem Wetter steht heute die wohl kürzeste Route dieser Ferien an. Uns wäre egal gewesen, wenn es heute geregnet hätte, wir sind es uns zwischenzeitlich gewohnt.
Jedenfalls geniessen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet und machen uns bei sommerlich warmen Temperaturen auf. Heute hat es auch wenig Wind - betreffend "Halskehri" verzichte ich nun schon seit zwei Tagen auf Voltaren und heute auch auf den Halsschlauch, da ich festgestellt habe, dass ich nun auch die Landschaft auf der linken Seite, bzw. südlich unserer Route wieder vermehrt wahrnehme.
Nochmals spazieren wir durch das beschauliche Städtchen Oñati und kaufen in einer Apotheke Antizeckenspray - ich habe in den letzten zwei Tagen an die 20 Mini-Zecken (garrapata) entfernt. Wir werden von einer perfekt deutsch sprechenden Drogistin bedient, während wir an unserem holprigem Spanisch festhalten. Es folgt dann noch eine Klamaukhafte Szene mitten auf der Einkaufsgasse: kreuz und quer liegende Wanderstöcke am Boden und Spray, der auf die falsche Seite sprayt, wenn ich wende, um Philipp den Rücken zum Einsprayen zuzuwenden, er schon um mich herumgelaufen ist und so eine Art Tanz entsteht, für Ausstehende sicher auch skurill, die Bücklinge von Philipp, um mir die Fersen einzusprayen, welche ich natürlich anhebe ...
Kaum liegt dass Städtchen hinter uns geht's wirklich ruppig und schweisstreibend durch einsamen Wald bergauf. Einmal mehr sind wir plötzlich mutterseelneallein in der riesigen Landschaft unterwegs. Der kurze Regenunterbruch hat die meisten morastig-schlammigen Stellen soweit austrocknenen lassen, dass wir sie problemslos begehen können.
Die Ausblicke in diese grossartige Landschaft sind fantastisch. Es gibt nur noch wenig bewirtschaftete Flächen: einige Schafe, hin und wieder Pferde-Weiden und ein wenig Forstwirtschaft. Die meisten Forststrassen, welche wir begehen, scheinen regelmässig von grösseren Fahrzeugen benutzt zu werden, einige werden mit brachialer Gewalt ausgebaut (Bagger und Trax-Spuren).
Es gibt aber auch Wege, welche von der Natur zurückerobert werden, bzw. die nicht mehr begangen werden. Komoot wollte uns auf einen solchen Weg schicken, wozu wir aber keine Lust hatten, in der Folge gabs dann etwas Mehrweg und ein paar zusätzliche Höhenmeter.
Schliesslich trafen wir in Mondragón ein, wo wir unser Hotel bezogen.
Duschen, Wäsche waschen, dösen, einkaufen im nahen Eroski, Apéro 1. Teil, Bericht schreiben und jetzt dann ein Jatetxea suchen für den Znacht.
Ausblick:
- morgen Samstag steht eine Monster-Route nach Durangon an (24km, 800Hm) an. Von dort wollen mir dem Zug nach Bilbao, wo wir ein Hotel für drei Tage gebucht haben.
- Am Sonntag wollen wir dann mit Zug zurück nach Durangon und von dort - mit leichtem Gepäck Richtung Bilbao wandern, und zwar bis wir genug haben und wieder den Zug nach Bilbao nehmen.
- Und ja - für morgen Samstag ist wieder Regen angesagt.
zu den Fotos
zur Route (11km, 354Hm, 4h)
