Ausschlafen - Frühstück gibt's frühestens um 09:00 - für uns kein Problem, da eine eher kürzere Route ansteht.
Bei guter Musik - jazzigem reggea - hauen wir huevas fritos con pan rein. Dieses Albergues ist ist auch ein gemischter Betrieb - einerseits Herbegerge für Pilger, andererseits Gastgeber für Touristen ohne Ziel Santiago de Compostella. Als Gäste - egal ob in der Rolle Pilger oder Vals-Porto-Wanderer - wir fühlten uns hier sehr wohl.
Bei ziemlich kühlen Temperaturen - deutlich unter 10° - und bissigem Wind machen wir uns auf nach Sangüesa auf. Wir haben gestern noch etwas umgeplant - die Szenerie dürfte aber für beide Varianten dieselebe sein: riesige kultiviete Felder und ebenso grosse brachliegende Flächen.
Wir folgen immer noch dem Jakobsweg und begegnen sogar einigen Leuten. Ausserdem passieren wir die grenze zwischen Aragonien und Navarra.
In Sangüesa landen wir in der Taberna La Cepa, wo wir uns wunderbar restaurieren. Vorbei an einem sicherlich geschichtsträchtigem kirchlichem Bau und über eine imposante Brücke über den Rio Aragon wandern wir immer noch auf dem Jakobsweg Richtung Porto.
Hier mal ein paar Worte zu unserem physischen Zustand - psychisch sind wir in absoluter Topform und können so mit unseren Wehwehchen relativ gut umgehen.
Bei mir ist es abwechslungsweise
- die linke Ferse (inclusiv Achilles),
- Schmerzen in der rechten Leiste,
- dann aber auch die Sehne beim Rist im rechten Bein.
- Und ja - am rechten Fuss gibts Blasen, sowohl am kleinen Zehen als auch an der Sohle hinter denm grossen Zehen. Die entwässern sich jeweils auf wundersame Weise über Nacht und bereiten mir daher keine Sorgen - im besten Fall gibts daraus Hornhaut.
- der Muskelkater in den Waden und der fehlende Power in den Steigungen sind dann nur noch unwesentliche Nebenerscheinungen.
Philipp spricht wenig über seine Handicaps: er schmiert sich morgens aber zünftig die Hüfte ein und er massiert sich die Füsse unterwegs auch öfters als auch schon.
Nun - nachdem wir eine riesige Papierfabrik passiert haben, verabschieden wir uns vom Jakobsweg - mein Fazit folgt später, ich brauche dazu noch ein paar Schritte Distanz.
Bevor es in die Schlucht Foz de Lumbier geht, restaurieren wir uns in einer sterilen Tankstellen-Restaurant.
Auf einem stillgelegten Eisenbahntrasse durchwandern wir dann die imposante Schlucht (ich war 2018 genau hier mit Fredi auf dem Velo in der Gegenrichtung unterwegs: Fotos).
Schliesslich treffen wir auf dem Zeltplatz Irturbera ein - schon im Vorfeld haben wir abgeklärt, ob statt einer Zeltnacht nicht doch noch ein Hotelbett in Lumbier möglich wäre. Über die gängigen Plattformen gibt's nichts - doch können wir auf dem Camping upgraden; statt Zelt gibt's einen Carvan. Ich schaff es dann, mich beim Duschgang auszuschliessen, so dass ich Putin-mässig geduldig im Restaurant warten muss, bis die Dictadora (die Chefin hier) den Schlüssel zu unserem Caravan organisiert hat.
In der belebten Camping-Bar läuft der Fussballmatch Madrid- Arsenal - verwundert stellen wir fest, da die Spanier hier offenbar für Arsenal fanen. Nun - wir geniessen ein feines und sättigendes cena.
Buenas noches.
zu den Fotos
zur Route (23,5km, 105Hm, 7:15h)
