Nach kargem Frühstück geht's im Schatten der Berge bergan. Wir sind mittlerweile soweit im Westen, dass hier die Sonne rund eine Stunde später aufgeht als bei uns zu Hause - vor 06:00 ist es hier noch so dunkel, dass man ohne Stirnlampe die spärlichen Wegspuren kaum finden würde.

Nochmals stossen wir in hoch-alpine Bereiche mit Schneefeldern in heiklen Neigungen vor - dabei treffen wir auf ein Murmeltier, an welches wir uns bis auf 2 m nähern können. Wir sichten auch Gänsegeier (Schwarm, bzw. mehrere Vögel) sowie Bartgeier (solo unterwegs). Ansonsten sehen wir viel Spuren von Wildschweinen - bis jetz haben wir aber keine gesichtet, eben so wenig wie einen Wolf oder Bären, die hier auch heimisch sind.
Die Landschaft ist faszinierend kontrastreich - aus saftig grüner, blumiger Umgebung schaut man auf schroffe hoch-alpine 3000-er und das alles bei tollstem Wetter.
Auch Philipps Füsse haben sich offenbar damit abgefunden, dass sie weiter müssen.

Wir erreichen unser Tagesziel - das Refugio de Viadós -  am frühen Nachmittag. Es befindet sich auf 1760m in einer Streusiedlung. Die Häuser sind alle gut unterhalten, die meisten werden als Ferienhaus genutzt. Da man praktisch bis zum Refugio fahren kann, hat es hier relativ viele Leute.

Wir kaufen Internet-Zugriff, planen die weiteren Etappen - doch schon beim Nachtessen erfahren wir, dass eines unserer geplanten Refugios geschlossen ist - wir stellen uns schon jetzt auf eine Zeltnacht ein - zudem sind die Wetter Prognosen nicht berauschend.

Im kleinen Comidor gibts Gemüse-Bouillon, Teigwaren mit Thon, Poulet mit Salzkartoffeln und zum Dessert eine Orange - alles wunderbar - Buen provecho!

Als Schlummi geniessen wir noch einen Chupito Patxaran, schmeckt ähnlich wie Röteli.

zu den Fotos
zur Route (11,25km, 700Hm, 6h)

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