Geweckt werden wir durch Starkregen, der aufs Dach trommelt. Trotzdem stehen wir diszipliniert um 07:00 auf und sind um 08:00 startklar.
Wir wollen um 09:00 los und so bleibt noch etwas Zeit, um den Bericht vom Vortag fertig zu stellen.
Der Hüttenwart ist gnadenlos: obwohl es draussen regnet, stellt er Punkt 09:00 alle raus und schliesst das Refugi.
Wir tippeln also im Regen dem wilden Bergbach entlang talauswärts. Dann biegen wir nach Westen ins Vall de Salenques ab. Wir sind nun im Nationalpark Posets-Maladeta
Zwischendurch nieselt es nur, doch mehrheitlich regnet es einfach.
Die Bäche führen unglaublich viel Wasser - es rauscht gewaltig. Durch dichten - tropfenden - Wald steigen wir stetig aufwärts. Erste Pause gibt's nach gut 3h.
Viele Wanderer sind uns bis hierhin nicht begegnet. Unsere Regenausrüstung hält uns erstaunlich trocken, einzig meine Füsse stehen gefühlt in einem Liter Wasser.
Als wir auf 2200m - der Aufstieg begann übrigens auf 1400m - auf einem Seenplateau ankommen, drückt die Sonne kurz durch. Bei einer Schutzhütte pausieren wir - als es zu regnen beginnt zügeln wir in die Hütte und vertilgen genussvoll unser Picnic.
Es folgen nochmals 300Hm und schon bald stehen wir im topmodernen Refugio Cap de Llauset.
Wir beziehen ein 6er-Zimmer mit eigener Dusche und WC.
Das luxuriöse Zimmer teilen wir mit einem Paar aus Deutschland. Sie haben unsere morgige Tour in umgekehrter Richtung gemacht und benötigten dazu insgesamt 15h. Da sie keine Steigeisen dabei hatten, haben sie auf den Schneefeldern viel Zeit mit Stufen schlagen verloren - zudem sind sie schwer bepackt - sein Rucksack wiege 17kg. Da wir mit deutlich weniger Gepäck unterwegs sind (ca.12kg) und Steigeisen dabei haben, rechnen wir mit 8-9h.
Zum Tagesausklang gibts ein feines Essen: Suppe mit Kichererbsen, Poulet-Schnitzel mit Kartoffeln, dazu natürlich Wein und schliesslich als Schlummi ein Rum.
zu den Fotos
zur Route (11km, 1060Hm, 7:45h)
