Als Einstieg haben wir uns gleich eine happige Route vorgenommen, 17km, 1000Hm.
Das liegt vor allem an den Übernachtungsmöglichkeiten - passt aber insofern gut, als anschliessend zwei eher gemütliche Etappen folgen.
Um 08:00 wird das gut besuchte Frühstücksbuffet eröffnet und kurz vor 09:00 sind wir startklar.
Wir nehmen uns aber noch etwas Zeit, um den pittoresken Dorfkern von Escaló zu bewundern: uralte, ineinander verschachtelte und gut unterhaltene Steinhäuser bilden einen grossen Hof, der auf der einen Seite durch einen stattlichen Torturm abgeschlossen wird.
Uns zieht es aber nach Westen, wir nehmen zunächst 1km entlang der viel befahrenen Hauptstrasse in Kauf, sind dann aber schon bald auf einem wunderbaren Waldpfad hoch über dem Talboden. Durch lichten Wald geht's bei angenehmer Temperatur stetig aufwärts.
Nach 2h pausieren wir und stellen erfreut fest, dass wir schon prima in den Rythmus gekommen sind.
Kurz vor Espot passieren wir eine Furt - etwas unüberlegt laufe ich einfach durch und erreiche die andere Seite mit ziemlich nassen Füssen. Philipp macht das geschickter - barfuss, er findet dabei sogar eine Dose Bier, die wir sogleich auf einem Bänkli geniessen.
Kurz vor 12:00 finden wir in einem Laden sogar eine Gaskartusche, welche zu unserem Kocher passt.
Espot ist ziemlich belebt - jedenfalls hat es viele Restaurants - ist ja klar, dass es nicht lange dauert, bis wir hinter einem Bier sitzen.
Philipp will noch mehr, mir reicht eines und so mach ich mich alleine auf den Weg.
Zunächst auf einer Asphaltstrasse (Zubringer zu zwei Zeltplätzen) dann aber schon bald auf lauschigen Bergpfaden and sprudelnden Bächen vorbei - herrlich. Allerdings ist man hier nie allein, ständig begegnen einem Wanderer. Kein Wunder, denn westlich von Espot beginnt der einzige Nationalparks Kataloniens: Aigüestortes i Estany de Sant Maurici - in insgesamt 4 Etappen werden wir diesen Nationalpark von Ost nach West durchqueren.
Kleiner Exkurs zum ü in Aigüestortes:
Im Spanischen wird in den Buchstabenkombinationen gue, gui, que und qui das u nicht ausgesprochen. Um in einzelnen Wörtern die Aussprache trotzdem zu erzwingen (Diärese), wird das u mit einem Trema, also zwei Punkten, versehen: ü. Dies ist nicht mit dem deutschen Umlaut ü zu verwechseln.
Beispiel: el pingüino
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Spanisches_Alphabet
Nach zwei Stunden gönne ich meinen Füssen ein erfrischendes Bad in einem kühlen Bergbach.
Schliesslich treffe ich gegen 15:00 im einfachen Refugi Mallafré ein, kurz danach taucht auch Philipp hier auf.
Gut können wir draussen sitzen, drinnen ist es eher ungemütlich. Die Bewirtung und das kulinarische Angebot ist voll ok, doch die Infrastruktur ist milde ausgedrückt very basic - incl. Schlafhöhle. Wir sind froh um unsere Schlafsäcke.
Das Nachtessen (Salat, Würste mit Auberginen) ist fein und sättigt. Trotz guter Compagnia einer Wandergruppe aus Deutschland gehen wir früh zu Bett.
zu den Fotos
zur Route (17km, 1051Hm, 6:15h)
